Lunch mit Jochi Röthlisberger  

Dezember Lunch mit Jochi Röthlisberger

 
1. Lunch vom 05. Dezember. Zu Gast Jochi Röthlisberger Skirennfahrer im Swiss Paralympics Team. Danke Jochi für Dein spannendes Referat! Die JCI Interlaken wünscht Dir alles Gute für Sotschi 2014!
 
 

 
 

Zustupf auf dem Weg zum grossen Ziel

Die junge Wirtschaftskammer unterstützt den Behindertensportler Jochi Röthlisberger mit 2500 Franken. Mit dem Geld will er seine Olympia-Mission vorantreiben.
 
Jochi Röthlisberger erhält den Check von der JCII-Präsidentin Jenny Jäck (rechts) und der JCII-Vizepräsidentin Tanja Müller.
 
 
Jochi Röthlisberger erhält den Check von der JCII-Präsidentin Jenny Jäck (rechts) und der JCII-Vizepräsidentin
Tanja Müller.
 

Die Paralympics, die jeweils eine Woche nach den Olympischen Winterspielen beginnen, erhalten im Normalfall nur einen Bruchteil der öffentlichen Aufmerksamkeit. Zumindest die Mitglieder der Sektion Interlaken der Junior Chamber International (JCII) dürften die Winterspiele im Behindertensport mit Interesse verfolgen. Am Donnerstagmittag überreichte die junge Wirtschaftskammer dem Unterseener Behindertensportler Jochi Röthlisberger einen Check über 2500 Franken. Der Skifahrer will in den nächsten Wochen die Olympialimite für Sotschi 2014 unterbieten.

 

Spende mit Lokalbezug

Die jungen Führungskräfte der Wirtschaftskammer haben am nationalen Charity Day der Junior Chamber International Switzerland fleissig Schokolade verkauft. Zusätzlich wurde am Nationalkongress in Interlaken ein Solidaritätszuschlag von fünf Franken erhoben. «Somit haben wir deutlich mehr gesammelt als in früheren Jahren», freute sich JCII-Präsidentin Jenny Jäck. In der Vergangenheit spendete die Wirtschaftskammer das Geld jeweils an die Stiftung Wunderlampe. Dieses Jahr stand es den Sektionen frei, wen sie unterstützen wollen. Für Jäck war klar, dass die Spende einen Lokalbezug haben soll: «Wir haben verschiedene Vorschläge geprüft, uns aber dann schnell für Jochi Röthlisberger entschieden. Seine Leistungen sind beeindruckend und wir würden uns freuen, wenn er es nach Sotschi schafft.»

 

Ungemütliche Schneehalle

Wie es sich für einen Wintersportler gehört, ist Röthlisbergers Terminkalender im Moment dicht gedrängt. Nichtsdestotrotz kam er persönlich an die Checkübergabe im Hotel Stella und erzählte den unter 40-jährigen Wirtschaftsvertretern von seinem aussergewöhnlichen Sportlerleben. Zum Beispiel seien die Trainings in der Schneehalle in Holland jeweils eine besondere Herausforderung: «Wir sahen nie Tageslicht und wurden ständig mit Skihütten-Liedern beschallt. Das zehrt ganz schön an den Nerven.» Es war auch in Holland, wo

der 24-Jährige bei den ersten Rennen die Olympia-Limite nur knapp verpasste. Beim Skifahren im Behindertensport treten Sportler mit verschiedenen Handicaps gegeneinander an. Je schwerer die Behinderung ist, desto grösser ist der Zeitbonus, den die Skifahrer erhalten. Mit seinen verkürzten Armen

und der schwachen Muskulatur sei er nicht bevorteilt, sagt Röthlisberger. «Einer mit amputierten Armen hat

im Gegensatz zu mir starke Rumpfmuskeln, die im Slalom hilfreich sind.»

 

In der Saisonvorbereitung trainierte Jochi Röthlisberger in Saas-Fee.
 
In der Saisonvorbereitung trainierte Jochi Röthlisberger in Saas-Fee.Foto: Patrick Gasser

Wie im Skisport der Nicht-Behinderten steht auch Jochi Röthlisberger und seinen Teamkollegen ein grosser Staff zur Verfügung. Allerdings gibt es bei den Bedürfnissen einige Unterschiede: «Wenn ich den Skianzug trage, bin ich quasi bewegungsunfähig. Da bin ich froh, wenn mir jemand hilft, alles an die richtige Stelle zu zupfen.» Nächste Woche beginnt die richtige Saison für Röthlisberger mit Rennen in Frankreich.

Anfang 2014 will er an mehreren Rennen in den USA starten. Jedes Mal, wenn er am Start steht, hat er das Ziel Olympia vor Augen. «Für mich gibt es keinen Plan B. Ich will unbedingt nach Sotschi.»

 

Auf dem Weg dorthin ist die Spende der JCII ein willkommener Zustupf. Der Skisport kostet Röthlisberger

rund 40'000 Franken im Jahr, die Hälfte davon ist der Lohnausfall im Winter. Gerade die Reisen nach

Übersee belasten das Budget von Röthlisberger jeweils stark. «Dank der Spende der Wirtschaftskammer

habe ich ein bisschen mehr Handlungsspielraum. Vielleicht kann ich mich auch einmal selber belohnen.»

Die grösste Belohnung für seine Anstrengungen kann man allerdings nicht mit Geld kaufen. Die ist aus Edelmetall und wird den besten Skifahrern in Sotschi um den Hals gehängt.

 

Link Jungfrauzeitung

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